Home Deutsche Sprache, ... Wenn sich eine Redewendung vergriesgnaddelt…

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Gestern Abend musste ich herzhaft lachen, als ich auf Kabel 1 die Sendung „Neu für Null“ sah. Der Moderator verdrehte eine Redewendung mit solch einer Eleganz, dass es hier unbedingt erwähnt werden muss.

Eines vorneweg: Die Sendung finde ich wirklich gut. Denn hier bekommen nicht irgendwelche Familien einen kompletten Ausbau geschenkt. Hier wird Otto Normalverbraucher gezeigt, wie er es sich gemütlich machen kann – und zwar mit dem, was er hat. Genau die richtige Sendung für einen Möchtegern-Innenarchitekten wie mich. Und auch der Moderator Mick Wewers kommt sehr sympathisch rüber. Daher darf das Folgende bitte nicht als Schadenfreude missverstanden werden!

Nun zum Thema: Der Moderator wollte einem alten Kleiderschrank zu Leibe rücken. Durch Folie sollte er ein neues Aussehen bekommen. Denn nach Ansicht des Moderators konnte man mit dem alten Dekor „wirklich keinen mehr unterm Teppich hervorziehen“.

Ich habe gegoogelt. Schließlich kann es ja sein, dass man in anderen Teilen des Landes diese Redewendung tatsächlich benutzt. Fünf Treffer in der weltweit größten Suchmaschine sprechen jedoch nicht dafür. Daher können wir stark davon ausgehen, dass der Moderator meinte, dass man mit dem alten Dekor „wirklich keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken“ könnte.

Das Licht am Ende des Horizonts. Oder der Silberstreif im Tunnel. Ein Politiker, der Hochwasser bekommt. Das Kind mit dem Bade schaukeln. Die Kuh aufs Eis schieben. Oder das Schwein vom Eis bringen. Solche Fehlerchen finde ich herrlich komisch. Zumal sie jedem passieren. Politiker, Moderator, Blogger – irgendwann trifft es jeden. Also werde ich meine „Augen spitzen“ und „Ohren offen halten“ und wieder berichten – oder mich von meinen Lesern verbessern lassen.

Dieses Thema stand zwar nicht auf meinem Redaktionsplan, aber mal sehen: Vielleicht wird eine neue Rubrik daraus…

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