Home Grundlagen der PR Drei Fragen zum Thema „Zielgruppe“

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In einem früheren Beitrag habe ich fünf Gründe genannt, warum Redakteure Pressemitteilungen ignorieren. Heute möchte ich auf den Punkt „falscher Adressat“ näher eingehen und Tipps für die Wahl der Zielgruppe geben. Denn wenn man nicht weiß, für wen man schreibt, schreibt man nicht das Richtige.

Wen will ich erreichen?

Am Anfang aller Überlegungen steht die Frage: Wen genau will ich mit meinen Botschaften erreichen? Eine Zielgruppe sind sicherlich meine Kunden. Sie sollen z. B. über neue Produkte informiert werden. Eine andere Zielgruppe könnten meine Aktionäre sein. Diese interessieren sich weniger für die Produkte und mehr für meine Ergebnisse. Mitarbeiter werden oft als Zielgruppe nicht wahrgenommen, dabei sind sie ebenso pflegebedürftig wie alle anderen. Weitere Zielgruppen könnten Lieferanten oder die Konkurrenz sein – je nachdem welche Nachricht man verbreiten will.

Die meisten Unternehmen haben mehr als eine Zielgruppe. Und was tun sie? Sie wollen es allen recht machen und verschicken Wischi-Waschi-Meldungen. Diese sollen die Fragen aller Zielgruppen auf einmal beantworten – und erreichen meist das genaue Gegenteil.

Es empfiehlt sich daher, jede Zielgruppe einzeln anzusprechen und für jede einen eigenen Verteiler aufzubauen. Aktionäre wollen wissen, wie viel ein Unternehmen durch Stellenstreichungen einspart. Mitarbeiter interessiert, wie der Arbeitsplatzabbau von statten gehen wird. Kunden wollen hören, dass das auf die Qualität der Produkte keinen Einfluss nimmt.

Verschiedene Zielgruppen interessieren sich für unterschiedliche Nachrichten – und müssen daher einzeln bedient werden.

Welche Medien schreiben für meine Zielgruppe?

Sie sind sich nun im Klaren darüber, wen Sie ansprechen wollen. Als nächstes müssen Sie geeignete Medien suchen. Die Zielgruppe „Mitarbeiter“ sollten Sie direkt oder über das Intranet ansprechen. Kunden kann man durch Werbung oder Artikel in Verbrauchermagazinen auf sich aufmerksam machen. Aktionäre möchten gerne per E-Mail informiert werden. Geschäftspartnern präsentiert man sich in der Fachpresse. Analysten und Banken bekommen ihre Informationen über Nachrichtenagenturen u. s. w.

Überlegen Sie sich, welche Medien Sie mit welchen Themen bedienen könnten! Ganz wichtig hierbei: Bleiben Sie realistisch! Ein Artikel in der FAZ oder dem Handelsblatt ist sicherlich schön – aber für kleine Unternehmen nur schwer zu erreichen.

Welcher Redakteur bearbeitet meine Themen?

Sie kennen Ihre Zielgruppe und wissen, wen Sie gerne in Ihrem Presseverteiler hätten. Dann machen Sie sich auf die Suche nach dem richtigen Redakteur. Schreiben Sie diesen direkt an, wenn Sie eine neue Nachricht haben. E-Mails an Sammeladressen oder den falschen Redakteur landen meist im Nirgendwo.

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