Home Neudeutsch für Anfänger LOI: Eine Zusage ohne Bindung

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Zugegeben: Die Worte „Grundsatzvereinbarung“ und „Absichtserklärung“ sind alles andere als sexy. Jeder Journalist lernt am Anfang seiner Ausbildung, dass er Wörter auf -ung vermeiden soll. Abgesehen davon sind sie viel zu lang und sperrig. Doch haben wir tatsächlich etwas gewonnen, wenn wir stattdessen den Begriff „LOI“ verwenden?

Ich hasse es, mich zu wiederholen. Aber leider kommt auch die Abkürzung „LOI“ aus dem Englischen. Den „Letter of Intent“ unterschreiben meist zwei Verhandlungspartner. Sie zeigen damit, dass sie Interesse am Abschluss eines Vertrages haben. Allerdings ist so ein LOI nicht bindend.

Beispiel für einen LOI

Eine Beteiligungsgesellschaft investiert Geld in Unternehmen. Bevor sie das macht, prüft sie die mögliche Beteiligung.

  • Zuerst kommt die Vorprüfung: Hier wird geschaut, ob das Unternehmen grundsätzlich in das Portfolio passt.
  • Dann wird ein LOI unterschrieben: Dieser regelt den grundsätzlichen Inhalt einer möglichen Beteiligung.
  • Daraufhin erfolgt die so genannte Due Diligence*: Hierbei wird das Unternehmen auf Herz und Nieren geprüft.
  • Wenn all diese Hürden genommen sind, wird der eigentliche Vertrag unterschrieben.

Der Begriff „LOI“ hat aber auch in anderen Bereichen der Geschäftswelt Einzug gehalten. Ein LOI wird immer dann benutzt, wenn man sich ein Geschäft sichern und trotzdem ein Hintertürchen offenhalten will.

* Auch ein „schöner“ Anglizismus, den ich ein anderes Mal erklären werde.

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