Home Grundlagen der PR Ad-hoc-Meldung oder Pressemitteilung: Wo liegt der Unterschied?

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Pressemitteilungen kann ein Unternehmen nach Lust und Laune veröffentlichen: Wenn es ein neues Produkt auf den Markt bringt. Wenn es ein Jubiläum feiert. Oder wenn es einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Anders sieht es bei Ad-hoc-Mitteilungen aus. Hier gibt es Einiges zu beachten.

Soviel vorweg: Ad-hoc-Mitteilungen müssen nur von Unternehmen veröffentlicht werden, die in bestimmten Bereichen der Börse notiert sind (z. B. im General Standard oder Prime Standard). Alle anderen können sich entspannt zurücklehnen.

Zielgruppe

Pressemitteilungen werden für ein breites Publikum geschrieben: Kunden, Lieferanten, Verbände – eben jeweils für die Personengruppen, die es interessieren könnte.

Ad-hoc-Meldungen richten sich an die Investoren und Aktionäre eines Unternehmens und andere Börsen- und Marktinteressierte.

Inhalt

Die einzigen inhaltlichen Vorgaben für Pressemitteilungen lauten: Sie dürfen nicht werblich sein und müssen einen Neuigkeitswert haben! Somit ist erlaubt, was keine Selbstbeweihräucherung oder Kaufaufforderung ist. Jedoch sollte man nicht zu ALLEM eine Nachricht schreiben – mehr dazu hier…

Die Ad-hoc-Mitteilung muss eine Neuigkeit enthalten, die den Aktienkurs des Unternehmens beeinflussen könnte. Also nur die wirklich wichtigen Dinge, wie z. B. eine Kapitalerhöhung, den Verkauf eines Unternehmensteils oder den überraschenden Rücktritt des Vorstands. Diese Nachricht darf im Markt noch nicht bekannt sein und muss sofort nach ihrem Eintritt veröffentlicht werden (Stichwort: Insiderinformationen).

Form

Für Pressemitteilung und Ad-hoc-Meldung gilt gleichermaßen die Grundregel: Immer mit dem Wichtigen beginnen, die Hintergrundinformationen kommen im Anschluss.

Beim Schreiben einer Pressemitteilung hat man jedoch mehr Raum zur Gestaltung: Man kann Zitate einbauen, auf ältere Ereignisse verweisen und alles lang und breit erklären – wenn man denn will.

Eine Ad-hoc-Mitteilung ist dagegen recht eintönig: Die Sprache ist nüchtern und objektiv. Es wird nur das erzählt, was passiert ist. Erklärungen dürfen rein. Rechtfertigungen oder gar Zitate sind aber tabu. Daher ist die Ad-hoc-Nachricht meist recht kurz – und viele Unternehmen versenden im Anschluss noch eine ausführliche Pressemitteilung zum gleichen Thema.

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